Wie finden ausländische Fachkräfte eine Wohnung im Kreis Minden-Lübbecke?

Am 30. Juli 2025 fand das fünfte Qualifizierungs- und Austauschtreffen für Fachkräftesicherungsbegleitende (FSB) aus Migrantenorganisationen und -communities im Kreis Minden-Lübbecke statt – im hybriden Format und in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Integration des Kreises Minden-Lübbecke.

Dieses Mal stand ein besonders wichtiges Thema im Mittelpunkt: Wie finden ausländische Fachkräfte eine Wohnung in OWL – und konkret im Kreis Minden-Lübbecke? Welche lokalen Quellen gibt es? Wie lassen sie sich nutzen? Und welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?

Die Wohnungssuche ist für viele Fachkräfte ein entscheidender Schritt auf ihrem Integrationsweg. Ohne einen festen Wohnsitz bleibt der Zugang zu Arbeit, Schule oder sozialen Kontakten stark eingeschränkt. Gleichzeitig stoßen internationale Fachkräfte auf zahlreiche Barrieren: hohe Mietpreise, knapper Wohnraum, sprachliche Hürden und Vorbehalte auf dem Wohnungsmarkt.

Im fachlichen Beitrag stellte Tetiana Pasichnyk (wissenschaftliche Mitarbeiterin der MOZAIK gGmbH) die wichtigsten Wege der Wohnungssuche vor: über große Wohnungsunternehmen, lokale Genossenschaften, Online-Portale, Zeitungen und Anzeigenblätter, Schwarze Bretter an öffentlichen Orten sowie soziale Medien.

Sie betonte, dass es nicht genügt, diese Informationsquellen zu kennen. Entscheidend sei, Fachkräfte darin zu unterstützen, Suchprofile anzulegen, Bewerbungen zu verfassen und mit Vermieter*innen zu kommunizieren. Erst die Kombination aus Wissen, praktischer Begleitung und persönlichen Kontakten eröffne reale Chancen auf dem Wohnungsmarkt.

Im anschließenden Erfahrungsaustausch berichteten die FSB von ihrer täglichen Praxis. Dabei wurde deutlich: Die größte Herausforderung besteht nicht allein im Finden von Angeboten, sondern im erfolgreichen Bewerben um Wohnraum. Viele Fachkräfte erhalten wiederholt Absagen, weil ihre Unterlagen nicht den Erwartungen entsprechen oder weil Vermieter*innen Vorbehalte gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte haben.

Gleichzeitig schilderten die FSB auch gelungene Beispiele: wenn sie gemeinsam Mietverträge durchgegangen sind, persönliche Gespräche mit Vermieter*innen geführt haben oder ihr eigenes Netzwerk einbrachten, um Türen zu öffnen. Aber auch von Rückschlägen wurde berichtet, die zeigten, wie frustrierend und entmutigend die Wohnungssuche sein kann.

Die Diskussion machte deutlich: Ohne eine Wohnung ist ein Visum für die Einwanderung nicht möglich. Die Arbeit der FSB ist hier von besonderer Bedeutung. Sie bieten keine formale Beratung, aber sie begleiten – Schritt für Schritt. Sie übersetzen Unterlagen, schaffen Zugänge zu Netzwerken, geben Orientierung und stärken das Vertrauen zwischen internationalen Fachkräften und Vermieter*innen.

So wird Wohnungssuche nicht nur eine organisatorische Aufgabe, sondern ein gemeinsamer Weg – hin zu Sicherheit, Geborgenheit und einem neuen Zuhause.

Derzeit sind bei MOZAIK insgesamt 19 Fachkräftesicherungsbegleitende aus Migrantenorganisationen und Communities in Ostwestfalen-Lippe (Kreise Gütersloh, Lippe, Minden-Lübbecke) sowie am Standort Bielefeld tätig. Seit 2023 konnten über 200 internationale Fachkräfte erreicht und mehr als 400 Begleitungstermine durchgeführt werden. Um diese Arbeit professionell zu stärken, organisiert MOZAIK regelmäßig Qualifizierungs- und Austauschtreffen.