Am 30. Juni 2025 fand das vierte Qualifizierungs- und Austauschtreffen für neue Fachkräftesicherungsbegleitende (FSB) aus Migrantenorganisationen und -communitys in Kreis Minden-Lübbecke statt – im digitalen Format. Die Veranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Integration des Kreises Minden-Lübbecke durchgeführt.

Nach den einleitenden Worten von Frau Jesse (Amt für Integration des Kreises Minden-Lübbecke) und Dipl.-Ing. Cemalettin Özer (Geschäftsführer der MOZAIK gGmbH) stand eine zentrale Frage im Fokus:
Wie finden ausländische Fachkräfte Arbeit in OWL?
Die FSB begleiten internationale Fachkräfte, die nach Deutschland zuwandern, bei ihrer beruflichen und sozialen Integration. Sie bieten praktische Unterstützung bei der Jobsuche, bei Bewerbungen sowie bei Fragen rund um Anerkennung, Sprache und Alltagsbewältigung. Die Frage, wie ausländische Fachkräfte in Deutschland – und konkret in OWL – eine Arbeitsstelle finden, hat eine herausragende Bedeutung. Denn der Zugang zum Arbeitsmarkt ist nicht nur die Grundlage für wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern auch für soziale Teilhabe, Spracherwerb und langfristige Integration.
Im fachlichen Input stellte Tetiana Pasichnyk (wissenschaftliche Mitarbeiterin im IQ NRW-Ost Teilvorhaben) verschiedene Wege zur Arbeitsaufnahme vor. Neben spezialisierten Jobbörsen wie der Bundesagentur für Arbeit, „Make it in Germany“ oder dem Goethe-Institut wurden auch gängige Online-Portale wie LinkedIn, StepStone oder Indeed erläutert. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von direkten Bewerbungen über Unternehmenswebsites – gerade in OWL mit seiner starken mittelständischen Wirtschaft.
Zudem wurde betont, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf digitale Plattformen zu verlassen, sondern auch persönliche Netzwerke, Beratungseinrichtungen, Messen oder Praktika als Einstieg zu nutzen.
Im anschließenden Erfahrungsaustausch berichteten die FSB von Herausforderungen und Erfolgen in ihrer täglichen Praxis. Deutlich wurde: Ohne ausreichende Sprachkenntnisse, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen und eine fundierte Orientierung am deutschen Arbeitsmarkt bleiben vielen Fachkräften wichtige Türen verschlossen.
Zum Ende der Veranstaltung wurden offene Fragen gestellt und Erfahrungen zu konkreten Schwierigkeiten ausgetauscht – etwa zu bürokratischen Hürden, fehlender Transparenz im Bewerbungsverfahren oder Unsicherheiten bei der Anerkennung von Abschlüssen. Herr Özer nahm sich Zeit, auf diese Punkte einzugehen, lieferte praxisnahe Antworten und gab hilfreiche Hinweise, wie solche Herausforderungen künftig besser bewältigt werden können.