Umgang mit Rassismus bei Behörden – Fachkräftesicherungsbegleitende aus Minden tauschen mit Projekt WEACT Erfahrungen aus

Wie reagieren, wenn ausländische Fachkräfte bei Behörden Diskriminierung erleben? Welche Formen von Rassismus gibt es – und welche Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 6. Qualifizierungs- und Austauschtreffens für Fachkräftesicherungsbegleitende (FSB) im Kreis Minden-Lübbecke am 25. August 2025.

Die hybride Veranstaltung wurde von der MOZAIK gGmbH in Zusammenarbeit mit dem Amt für Integration des Kreises Minden-Lübbecke organisiert.

Nach einer kurzen Einführung durch Cemalettin Özer, Teilvorhabenleiter der MOZAIK gGmbH, tauschten sich die Teilnehmenden über eigene und beobachtete Rassismuserfahrungen bei der Begleitung internationaler Fachkräfte aus. Schnell wurde deutlich: Viele Fachkräfte sehen sich im Kontakt mit Behörden nicht nur mit sprachlichen oder bürokratischen Hürden konfrontiert – sondern auch mit Vorurteilen, ungleicher Behandlung oder offenen Abwertungen.

Um das Thema fachlich einzuordnen, war der rassismuskritische Berater Emrah Turan von WEACT OWL als Referent eingeladen. In seinem Beitrag erläuterte er die Unterschiede zwischen Alltagsrassismus, institutionellem und strukturellem Rassismus und veranschaulichte diese mit konkreten Beispielen aus dem Behördenalltag.

Besonders wichtig war ihm dabei: Rassismus muss benannt, dokumentiert und sichtbar gemacht werden. Betroffenen riet er, Vorfälle möglichst genau zu protokollieren, gegebenenfalls Vorgesetzte einzuschalten und sich bei spezialisierten Stellen wie WEACT OWL beraten zu lassen. Auch rechtliche Schritte – etwa auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) – sind möglich und sollten nicht gescheut werden.

Die Reihe der Qualifizierungs- und Austauschtreffen von MOZAIK bietet nicht nur eine Plattform für fachlichen Austausch, Weiterbildung und Vernetzung – sie professionalisiert zugleich die Arbeit der Migrantenorganisationen und stärkt ihre Rolle als Bindeglied zwischen internationalen Fachkräften, Institutionen, KMU und dem Arbeitsmarkt.

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